Online Casino Österreich: legal, Monopol, Steuern
Legal im Sinne des Glücksspielgesetzes ist online in Österreich derzeit nur ein Anbieter: win2day der Österreichischen Lotterien. International lizenzierte Casinos berufen sich auf die EU-Dienstleistungsfreiheit; das ist seit Jahren umstritten. Die Sanktionen des Gesetzes richten sich an Anbieter, Vermittler und Werbende, nicht an Spielende. Gewinne gelten für Privatpersonen nicht als Einkünfte. Eine Reform mit mehreren Online-Konzessionen liegt dem Parlament vor.
Kaum eine Frage zu Online Casinos wird in Österreich so oft gestellt wie diese, und kaum eine wird so unterschiedlich beantwortet. Der Grund: Das Glücksspielgesetz ist eindeutig, wer anbieten darf, aber seit Jahren umstritten, ob das mit dem EU-Recht vereinbar ist. Dazu kommt 2026 eine Reform, die den Online-Markt grundlegend verändern soll. Hier ist der Stand, nach den Gesetzestexten und den Angaben des Finanzministeriums.
Wer in Österreich online anbieten darf
Das Glücksspielgesetz (GSpG) behält das Glücksspiel grundsätzlich dem Bund vor und vergibt es über Konzessionen. Online-Casinospiele zählen rechtlich zu den "elektronischen Lotterien" nach § 12a: Die Teilnahme läuft über elektronische Medien, das Ergebnis wird zentral ermittelt. Die Konzession dafür ist Teil der Lotteriekonzession, und die hält ein einziges Unternehmen.
| Konzession | Inhaberin | Umfang | Gültig bis |
|---|---|---|---|
| Lotterien (§ 14 GSpG) | Österreichische Lotterien GmbH | inklusive elektronische Lotterien, also Online-Glücksspiel auf win2day.at | 30. September 2027 |
| Spielbanken (§ 21 GSpG) | Casinos Austria AG | 12 Casinos: Baden, Bregenz, Graz, Innsbruck, Kitzbühel, Kleinwalsertal, Linz, Salzburg, Seefeld, Velden, Wien, Zell am See | 31. Dezember 2027 bzw. 2030 |
Eine eigene Online-Casino-Lizenz gibt es im geltenden Recht nicht. Das Finanzministerium formuliert es so, dass Spiele wie Poker oder Roulette weder real noch online ohne Konzession nach dem Glücksspielgesetz entgeltlich angeboten werden dürfen.
Seit Jahren umstritten: Monopol und EU-Recht
Viele Menschen in Österreich spielen trotzdem bei Casinos mit Lizenz aus Malta, Gibraltar oder anderen Ländern. Diese Anbieter stützen sich auf die Dienstleistungsfreiheit im EU-Binnenmarkt und halten das österreichische Monopol für nicht vereinbar mit dem Unionsrecht. Die österreichischen Höchstgerichte sehen das bisher anders: Der Verwaltungsgerichtshof hat 2016 entschieden, dass die Bestimmungen des Glücksspielgesetzes nicht gegen EU-Recht verstoßen, weil ihre Ziele, etwa Spielerschutz und Suchtbekämpfung, kohärent verfolgt würden. Beendet ist die Debatte damit nicht, und mit der geplanten Marktöffnung stellt sich die Frage ohnehin neu.
Für die Praxis heißt das: Wer bei einem international lizenzierten Anbieter spielt, spielt außerhalb des österreichischen Konzessionssystems. Österreichische Stellen sind dann weder für Beschwerden noch für die Kontrolle der Auszahlungen zuständig; maßgeblich ist die Lizenzbehörde im Ausland. Welche Lizenzen wir für belastbar halten und wie wir Anbieter prüfen, beschreiben wir auf der Seite Beste Online Casinos Österreich. Rechtliche Details Ihrer eigenen Situation klären Sie am besten selbst mit einer Fachperson; diese Seite ist keine Rechtsberatung.
Was das Gesetz für Spielende bedeutet
Die Sanktionen des Gesetzes stehen in § 52 GSpG. Sie richten sich an alle, die verbotene Ausspielungen veranstalten, anbieten, vermitteln oder bewerben, bis hin zu Banken, die Zahlungen wissentlich im Zusammenwirken mit solchen Anbietern weiterleiten. Eine Bestimmung, die die Teilnahme an einem Spiel selbst sanktioniert, enthält § 52 nicht.
Was für Spielende tatsächlich zählt, ist der Unterschied im Schutz. Beim konzessionierten Anbieter gelten die österreichischen Spielerschutzregeln, und die Aufsicht liegt beim Finanzministerium. Bei einem Anbieter mit ausländischer Lizenz gelten dessen Regeln und dessen Beschwerdeweg. Eine anbieterübergreifende Sperre gibt es in Österreich bisher bei keinem der beiden: Casinos Austria, WINWIN und win2day führen eigene Selbstsperren, die nicht automatisch verknüpft sind. Mehr dazu und zu Hilfsangeboten steht auf unserer Seite zur Spielsucht.
Steuern: Wer zahlt was?
Die Glücksspielabgaben zahlen in Österreich die Anbieter, nicht die Spielenden. Das Gesetz knüpft dabei an die Teilnahme vom Inland aus an, unabhängig davon, wo der Anbieter sitzt.
| Wer | Was | Grundlage |
|---|---|---|
| Spielende (privat) | keine Einkommensteuer auf Gewinne, weil sie nicht als Einkünfte gelten | WKO, Stand 1. Februar 2026 |
| Spielende (privat) | Zinsen oder Erträge aus angelegten Gewinnen sind steuerpflichtig | Österreichische Lotterien |
| Anbieter, allgemein | 17,5 % vom Einsatz | § 57 Abs. 1 GSpG |
| Anbieter, Online-Glücksspiel | 45 % der Jahresbruttospieleinnahmen | § 57 Abs. 2 GSpG |
| Anbieter, Automaten und VLT | 30 % bzw. 11 % | § 57 Abs. 3 und 4 GSpG |
Eine Einschränkung sollte man kennen: Die Österreichischen Lotterien nennen Gewinne aus den konzessionierten Spielen ausdrücklich steuerfrei und weisen darauf hin, dass für Gewinne im Ausland andere Regeln gelten können. Eine ausdrückliche Aussage der Finanzverwaltung zu Gewinnen bei ausländischen Online-Anbietern haben wir nicht gefunden. Wer größere Beträge gewonnen hat und unsicher ist, fragt am besten beim Finanzamt nach.
Die Reform: Was sich ab 2027 ändern soll
Im August 2026 hat die Bundesregierung eine umfassende Novelle des Glücksspielgesetzes ins Parlament gebracht (Regierungsvorlage 594 der Beilagen). Beschlossen ist sie noch nicht: Das Finanzministerium hat den Entwurf am 4. August 2026 der EU-Kommission zur Notifikation übermittelt, und erst nach der dreimonatigen Stillhaltefrist kann das Gesetz beschlossen werden, also frühestens Anfang November 2026. Geplant sind laut Parlamentskorrespondenz unter anderem:
- Mehrere Online-Konzessionen in einem streng regulierten System statt eines einzigen Anbieters. Neue Konzessionen sollen ab 1. Jänner 2027 erteilt werden können und ab 1. Oktober 2027 gelten.
- Eine Übergangsregel: Anbieter, die bisher ohne österreichische Lizenz tätig waren, sollen ihr Angebot bis spätestens 31. Dezember 2026 einstellen müssen, um für eine Konzession infrage zu kommen.
- Ein zentrales Sperrregister und verpflichtende anbieterübergreifende Einzahlungslimits.
- Strengere Spielregeln bei Automaten: zwei Sekunden Spieldauer, alle 90 Minuten eine Abkühlphase von 15 Minuten, höchstens 5 Euro Einsatz pro Spiel; Limits auch für virtuelle Slots online.
- Netzsperren und Payment-Blocking gegen Anbieter ohne Konzession, ab 1. Jänner 2027, sowie verdeckte Testspiele durch das Amt für Betrugsbekämpfung.
- Eine neue Stelle für Glücksspiel und Spielerschutz, die den Markt beobachten und den Spielerschutz wissenschaftlich begleiten soll.
Für Spielende würde das zweierlei bedeuten. Einerseits gäbe es erstmals eine Auswahl an Online-Casinos mit österreichischer Konzession, mit einheitlichen Limits und einer Sperre, die für alle gilt. Andererseits könnten Zahlungen an Anbieter ohne Konzession ab 2027 von Banken und Zahlungsdiensten abgelehnt werden, und das Angebot, das man heute kennt, kann sich deutlich verändern, wenn Anbieter sich um eine Konzession bewerben. Wie Bonusbedingungen heute aussehen und worauf wir dabei achten, zeigt unser Vergleich zum Casino Willkommensbonus.
Die Reform ist politisch vereinbart, aber im Detail kann sich im parlamentarischen Verfahren noch etwas ändern. Wir aktualisieren diese Seite, sobald das Gesetz beschlossen ist.
Häufige Fragen
Ist Online Casino in Österreich legal?
Betrifft das Glücksspielgesetz auch Spielende?
Muss ich Casino-Gewinne in Österreich versteuern?
Wer zahlt die Glücksspielabgabe?
Wann kommen Online-Casino-Lizenzen in Österreich?
Gibt es in Österreich eine zentrale Spielersperre?
Weiterlesen
Stand der Angaben: 24. September 2026, geprüft im Rechtsinformationssystem des Bundes, beim Finanzministerium, beim Parlament und beim Verwaltungsgerichtshof. Die Reform ist noch nicht beschlossen. Diese Seite ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Glücksspiel kann süchtig machen; kostenfreie Beratung bietet die Spielsuchthilfe unter 01 544 13 57.