N26, Revolut & Co.: Neobanken und Casino-Zahlungen
In den Gebührenlisten und Hilfeseiten von N26, C24, Tomorrow, Vivid Money und DKB steht keine allgemeine Sperre für Casino-Zahlungen. Üblich ist eine Glücksspielgebühr von 3 Prozent auf Kartenzahlungen, und zwar in beide Richtungen: N26, C24 und Vivid Money berechnen sie auch, wenn ein Gewinn auf die Karte zurückfließt, Tomorrow verlangt mindestens 3 Euro pro Transaktion. Bei Revolut fanden wir keine solche Gebühr, dafür eine Sperre, die Sie selbst setzen: Die Glücksspiel-Sperre von Revolut ist freiwillig, wirkt sofort und lässt sich erst nach bis zu 48 Stunden wieder aufheben.
Wer mit einer N26-Karte 100 Euro bei einem Online Casino einzahlt und später 300 Euro Gewinn auf dieselbe Karte zurückbekommt, zahlt dafür 12 Euro Gebühren: 3 Euro auf dem Hinweg, 9 Euro auf dem Rückweg. So ergibt es sich aus der Hilfeseite von N26, nach der die Glücksspielgebühr für eingehende wie ausgehende Mastercard-Transaktionen gilt und bei einem Gewinn oder zurückgetauschten Chips noch einmal anfällt. Erstattet wird sie nicht.
Von einer Sperre steht auf dieser Hilfeseite nichts, und auch in den Gebührenlisten von C24, Tomorrow, Vivid Money und DKB fanden wir keine allgemeine Sperre für Glücksspielzahlungen. Dort steht eine Gebühr. Revolut geht einen anderen Weg: keine Gebühr, die wir gefunden hätten, dafür eine Sperre, die Sie selbst einschalten, und nach eigener Angabe eine Blockade für Zahlungen an illegale Anbieter in Ländern, deren Behörden dafür Listen veröffentlichen.
Fünf Banken, ihre eigenen Worte
| Bank | Was für Glücksspielzahlungen gilt | Auch auf Gewinne? | Stand |
|---|---|---|---|
| N26 | 3 % für Privatkunden mit Anmeldung nach dem 12. März 2020 und alle Business-Konten; genannt sind Lotterien, Sportwetten, Online-Casinos, Pferderennen und sonstiges Glücksspiel | Ja, eingehende und ausgehende Transaktionen | Hilfeseite, gelesen 23.10.2026 |
| C24 Bank | 3 %; Wettbüros, (Online-)Casinos, Lottospiele, Sportwetten, sonstige Glücksspiele; "nicht erstattungsfähig" | Ja, auch Gewinne und zurückgetauschte Chips | Hilfeseite vom 18.09.2026 |
| Tomorrow | "Gebühr für Glücksspiel und Geldäquivalente": 3 %, mindestens 3 Euro, auch wenn die Zahlung später erstattet wird | Ja, Senden und Empfangen | Preisliste, Stand 01.06.2026 |
| Vivid Money | 3 % des Transaktionsbetrags für "Glücksspiele und Bargeldäquivalente", nicht erstattet | Ja, Versenden und Empfangen | Gebührenanhang, gültig ab 22.01.2024 |
| Revolut | Keine Glücksspielgebühr gefunden; freiwillige Glücksspiel-Sperre für Kartenzahlungen | Nicht zutreffend | Hilfeseite, gelesen 23.10.2026 |
Auch die DKB, keine Neobank, sondern eine Direktbank, nennt für Zahlungen an Glücksspielanbieter "3 % Entgelt zusätzlich", bei Debit- wie Kreditkarte. Die Gebühr ist also kein Merkmal einzelner Apps: Fünf der sechs Banken, deren Unterlagen wir gelesen haben, berechnen sie.
Erkennen können die Banken Glücksspiel am Händlercode, auf den sich etwa Revolut ausdrücklich bezieht. Visa schreibt Anbietern von Wetten und Casinospielen im Fernabsatz den Code 7995 vor, "Betting, including Lottery Tickets, Casino Gaming Chips", auch wenn Glücksspiel nicht ihr Hauptgeschäft ist. Ob ein Anbieter in Deutschland erlaubt ist, verrät dieser Code nicht. N26 und C24 schreiben entsprechend, die Gebühr falle "unabhängig vom Land" an, in dem gespielt wird.
Was 3 Prozent in Euro bedeuten
Bei großen Beträgen ist die Rechnung einfach: 3 Prozent von 500 Euro sind 15 Euro. Bei kleinen Beträgen entscheidet die Mindestgebühr. Tomorrow verlangt mindestens 3 Euro je Kartentransaktion, eine Einzahlung von 10 Euro kostet dort also 30 Prozent ihres Werts, eine von 20 Euro 15 Prozent. Erst ab 100 Euro sind Tomorrow und die übrigen Banken gleich teuer.
Die Gebühr fällt unabhängig davon an, ob der Anbieter eine deutsche Erlaubnis hat. Wer bei einem der Anbieter einzahlt, die wir unter Online Casinos ohne Verifizierung beschreiben, zahlt mit einer dieser Karten dieselben 3 Prozent. Bei erlaubten Anbietern begrenzt das anbieterübergreifende LUGAS-Limit in der Standardhöhe von 1.000 Euro im Monat bei den Banken mit glatten 3 Prozent auch die Gebühr auf dem Hinweg: auf 30 Euro. Bei Tomorrow hängt sie zusätzlich von der Zahl der Einzahlungen ab, weil jede mindestens 3 Euro kostet. Anbieter, die wir unter Casino ohne LUGAS vorstellen, unterliegen diesem Limit nicht; dort wächst die Gebühr mit jedem eingezahlten Euro.
Revolut: die Sperre, die Sie selbst setzen
Revolut berechnet nach unseren Unterlagen keine Glücksspielgebühr, bietet aber eine "Glücksspiel-Sperre" an. Sie ist bei der Kontoeröffnung ausgeschaltet und lässt sich in der App über das Profil, "Sicherheit" und "Zahlungen" einschalten. Was sie kann und was nicht, beschreibt Revolut selbst:
- Sie blockiert Kartenzahlungen an Händler mit Glücksspiel-Codes, also Buchmacher, Online-Casinos und Wett-Apps.
- Sie wirkt sofort, das Ausschalten dauert dagegen "bis zu 48 Stunden".
- Überweisungen erfasst sie nicht, ebenso wenig Zahlungen über Apps von Drittanbietern.
- Sie hängt am Händlercode. Verwendet ein Anbieter einen anderen Code, "kann die Blockierung diese Transaktionen nicht verhindern."
Auf einer weiteren Hilfeseite, die wir nur in der Fassung für Luxemburg lesen konnten, schreibt Revolut, es blockiere zusätzlich Zahlungen an illegale Glücksspielanbieter anhand von Listen, die nationale Aufsichtsbehörden veröffentlichen, "where applicable". Ob und wie das in Deutschland angewendet wird, steht dort nicht. Wer die Sperre setzt, weil das Spielen zu viel Raum einnimmt, findet auf unserer Seite zur Spielsucht kostenlose Beratungsangebote.
Wenn eine Zahlung trotzdem scheitert
Scheitert eine Einzahlung, muss das nicht an Ihrer Bank liegen. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 erlaubt der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, Zahlungsdienstleistern die Mitwirkung an Zahlungen für unerlaubtes Glücksspiel zu untersagen, und die Behörde nutzt das: Ende 2025 waren nach ihren Angaben 178 Seiten von etablierten Zahlungswegen abgeschnitten. Diese Untersagungen treffen die Dienstleister, über die ein Anbieter abrechnet, nicht Ihr Konto. Wie das Verfahren abläuft und was es für Kunden bedeutet, haben wir am Beispiel der Sparkasse ausführlich beschrieben: Sparkasse und Online Casino.
Bei Tomorrow gilt für Erstattungen eine Besonderheit: Die Gebühr wird nach der Preisliste auch dann fällig, wenn die zugrunde liegende Transaktion später erstattet wird. Eine Einzahlung, die der Anbieter zurückbucht, kostet also trotzdem 3 Prozent, mindestens 3 Euro.
Was wir nicht gefunden haben
Für bunq und die Karte von Trade Republic haben wir keine öffentliche Regel zu Glücksspielzahlungen gefunden, für Wise nur die britische Fassung der Nutzungsrichtlinie, die Glücksspiel als Geschäftsart ausschließt, rechtmäßige Zahlungen mit der Wise-Karte aber ausnimmt. Eine Kündigung wegen Glücksspiels erwähnt keine der Banken; die Hilfeseiten von N26 zu Kontoschließung und Einschränkung nennen nur allgemeine Gründe wie gesetzliche Anforderungen und das eigene Risikomanagement. Daraus folgt nicht, dass es solche Kündigungen nie gibt, nur, dass keine Bank Glücksspiel als eigenen Grund nennt.
Eine Ausnahme bei der Gebühr hat ein Urteil geschaffen: Nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs zu stillschweigend geänderten Bankbedingungen (XI ZR 26/20) berechnet N26 Privatkunden, die ihr Konto vor dem 12. März 2020 eröffnet haben, die Gebühr seit dem 5. November 2021 nicht mehr, und diese Kunden können frühere Gebühren zurückfordern. Wer später kam, zahlt die 3 Prozent.
Häufige Fragen
Sperrt N26 Zahlungen an Online Casinos?
Wie sperre ich Glücksspielzahlungen bei Revolut?
Fällt die Glücksspielgebühr auch auf Gewinne an?
Bekomme ich die Glücksspielgebühr zurück?
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18+. Allgemeine Information, keine Finanzberatung. Grundlage sind die Gebührenlisten und Hilfeseiten der genannten Banken, Stand 23.10.2026; maßgeblich ist die Preisliste Ihres eigenen Kontomodells. Kostenlose Beratung bei Problemen mit dem Spielen: BIÖG 0800 1 37 27 00.