DE · de-DE · Aktualisiert am 23. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit

N26, Revolut & Co.: Neobanken und Casino-Zahlungen

In den Gebührenlisten und Hilfeseiten von N26, C24, Tomorrow, Vivid Money und DKB steht keine allgemeine Sperre für Casino-Zahlungen. Üblich ist eine Glücksspielgebühr von 3 Prozent auf Kartenzahlungen, und zwar in beide Richtungen: N26, C24 und Vivid Money berechnen sie auch, wenn ein Gewinn auf die Karte zurückfließt, Tomorrow verlangt mindestens 3 Euro pro Transaktion. Bei Revolut fanden wir keine solche Gebühr, dafür eine Sperre, die Sie selbst setzen: Die Glücksspiel-Sperre von Revolut ist freiwillig, wirkt sofort und lässt sich erst nach bis zu 48 Stunden wieder aufheben.

Wer mit einer N26-Karte 100 Euro bei einem Online Casino einzahlt und später 300 Euro Gewinn auf dieselbe Karte zurückbekommt, zahlt dafür 12 Euro Gebühren: 3 Euro auf dem Hinweg, 9 Euro auf dem Rückweg. So ergibt es sich aus der Hilfeseite von N26, nach der die Glücksspielgebühr für eingehende wie ausgehende Mastercard-Transaktionen gilt und bei einem Gewinn oder zurückgetauschten Chips noch einmal anfällt. Erstattet wird sie nicht.

Von einer Sperre steht auf dieser Hilfeseite nichts, und auch in den Gebührenlisten von C24, Tomorrow, Vivid Money und DKB fanden wir keine allgemeine Sperre für Glücksspielzahlungen. Dort steht eine Gebühr. Revolut geht einen anderen Weg: keine Gebühr, die wir gefunden hätten, dafür eine Sperre, die Sie selbst einschalten, und nach eigener Angabe eine Blockade für Zahlungen an illegale Anbieter in Ländern, deren Behörden dafür Listen veröffentlichen.

Fünf Banken, ihre eigenen Worte

BankWas für Glücksspielzahlungen giltAuch auf Gewinne?Stand
N263 % für Privatkunden mit Anmeldung nach dem 12. März 2020 und alle Business-Konten; genannt sind Lotterien, Sportwetten, Online-Casinos, Pferderennen und sonstiges GlücksspielJa, eingehende und ausgehende TransaktionenHilfeseite, gelesen 23.10.2026
C24 Bank3 %; Wettbüros, (Online-)Casinos, Lottospiele, Sportwetten, sonstige Glücksspiele; "nicht erstattungsfähig"Ja, auch Gewinne und zurückgetauschte ChipsHilfeseite vom 18.09.2026
Tomorrow"Gebühr für Glücksspiel und Geldäquivalente": 3 %, mindestens 3 Euro, auch wenn die Zahlung später erstattet wirdJa, Senden und EmpfangenPreisliste, Stand 01.06.2026
Vivid Money3 % des Transaktionsbetrags für "Glücksspiele und Bargeldäquivalente", nicht erstattetJa, Versenden und EmpfangenGebührenanhang, gültig ab 22.01.2024
RevolutKeine Glücksspielgebühr gefunden; freiwillige Glücksspiel-Sperre für KartenzahlungenNicht zutreffendHilfeseite, gelesen 23.10.2026

Auch die DKB, keine Neobank, sondern eine Direktbank, nennt für Zahlungen an Glücksspielanbieter "3 % Entgelt zusätzlich", bei Debit- wie Kreditkarte. Die Gebühr ist also kein Merkmal einzelner Apps: Fünf der sechs Banken, deren Unterlagen wir gelesen haben, berechnen sie.

Erkennen können die Banken Glücksspiel am Händlercode, auf den sich etwa Revolut ausdrücklich bezieht. Visa schreibt Anbietern von Wetten und Casinospielen im Fernabsatz den Code 7995 vor, "Betting, including Lottery Tickets, Casino Gaming Chips", auch wenn Glücksspiel nicht ihr Hauptgeschäft ist. Ob ein Anbieter in Deutschland erlaubt ist, verrät dieser Code nicht. N26 und C24 schreiben entsprechend, die Gebühr falle "unabhängig vom Land" an, in dem gespielt wird.

Was 3 Prozent in Euro bedeuten

Balkendiagramm: Glücksspielgebühr bei Einzahlungen von 10, 20, 50 und 100 Euro. Bei 3 Prozent: 0,30, 0,60, 1,50 und 3,00 Euro. Bei Tomorrow mit mindestens 3 Euro: jeweils 3,00 Euro.
Bei 3 Prozent wächst die Gebühr mit dem Betrag; bei Tomorrow kostet jede Einzahlung bis 100 Euro 3 Euro, bei 10 Euro also 30 Prozent. Quelle: Gebührenlisten und Hilfeseiten der Banken, Stand 23.10.2026; Berechnung landing.space.

Bei großen Beträgen ist die Rechnung einfach: 3 Prozent von 500 Euro sind 15 Euro. Bei kleinen Beträgen entscheidet die Mindestgebühr. Tomorrow verlangt mindestens 3 Euro je Kartentransaktion, eine Einzahlung von 10 Euro kostet dort also 30 Prozent ihres Werts, eine von 20 Euro 15 Prozent. Erst ab 100 Euro sind Tomorrow und die übrigen Banken gleich teuer.

Die Gebühr fällt unabhängig davon an, ob der Anbieter eine deutsche Erlaubnis hat. Wer bei einem der Anbieter einzahlt, die wir unter Online Casinos ohne Verifizierung beschreiben, zahlt mit einer dieser Karten dieselben 3 Prozent. Bei erlaubten Anbietern begrenzt das anbieterübergreifende LUGAS-Limit in der Standardhöhe von 1.000 Euro im Monat bei den Banken mit glatten 3 Prozent auch die Gebühr auf dem Hinweg: auf 30 Euro. Bei Tomorrow hängt sie zusätzlich von der Zahl der Einzahlungen ab, weil jede mindestens 3 Euro kostet. Anbieter, die wir unter Casino ohne LUGAS vorstellen, unterliegen diesem Limit nicht; dort wächst die Gebühr mit jedem eingezahlten Euro.

Revolut: die Sperre, die Sie selbst setzen

Revolut berechnet nach unseren Unterlagen keine Glücksspielgebühr, bietet aber eine "Glücksspiel-Sperre" an. Sie ist bei der Kontoeröffnung ausgeschaltet und lässt sich in der App über das Profil, "Sicherheit" und "Zahlungen" einschalten. Was sie kann und was nicht, beschreibt Revolut selbst:

  • Sie blockiert Kartenzahlungen an Händler mit Glücksspiel-Codes, also Buchmacher, Online-Casinos und Wett-Apps.
  • Sie wirkt sofort, das Ausschalten dauert dagegen "bis zu 48 Stunden".
  • Überweisungen erfasst sie nicht, ebenso wenig Zahlungen über Apps von Drittanbietern.
  • Sie hängt am Händlercode. Verwendet ein Anbieter einen anderen Code, "kann die Blockierung diese Transaktionen nicht verhindern."

Auf einer weiteren Hilfeseite, die wir nur in der Fassung für Luxemburg lesen konnten, schreibt Revolut, es blockiere zusätzlich Zahlungen an illegale Glücksspielanbieter anhand von Listen, die nationale Aufsichtsbehörden veröffentlichen, "where applicable". Ob und wie das in Deutschland angewendet wird, steht dort nicht. Wer die Sperre setzt, weil das Spielen zu viel Raum einnimmt, findet auf unserer Seite zur Spielsucht kostenlose Beratungsangebote.

Wenn eine Zahlung trotzdem scheitert

Scheitert eine Einzahlung, muss das nicht an Ihrer Bank liegen. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 erlaubt der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, Zahlungsdienstleistern die Mitwirkung an Zahlungen für unerlaubtes Glücksspiel zu untersagen, und die Behörde nutzt das: Ende 2025 waren nach ihren Angaben 178 Seiten von etablierten Zahlungswegen abgeschnitten. Diese Untersagungen treffen die Dienstleister, über die ein Anbieter abrechnet, nicht Ihr Konto. Wie das Verfahren abläuft und was es für Kunden bedeutet, haben wir am Beispiel der Sparkasse ausführlich beschrieben: Sparkasse und Online Casino.

Bei Tomorrow gilt für Erstattungen eine Besonderheit: Die Gebühr wird nach der Preisliste auch dann fällig, wenn die zugrunde liegende Transaktion später erstattet wird. Eine Einzahlung, die der Anbieter zurückbucht, kostet also trotzdem 3 Prozent, mindestens 3 Euro.

Was wir nicht gefunden haben

Für bunq und die Karte von Trade Republic haben wir keine öffentliche Regel zu Glücksspielzahlungen gefunden, für Wise nur die britische Fassung der Nutzungsrichtlinie, die Glücksspiel als Geschäftsart ausschließt, rechtmäßige Zahlungen mit der Wise-Karte aber ausnimmt. Eine Kündigung wegen Glücksspiels erwähnt keine der Banken; die Hilfeseiten von N26 zu Kontoschließung und Einschränkung nennen nur allgemeine Gründe wie gesetzliche Anforderungen und das eigene Risikomanagement. Daraus folgt nicht, dass es solche Kündigungen nie gibt, nur, dass keine Bank Glücksspiel als eigenen Grund nennt.

Eine Ausnahme bei der Gebühr hat ein Urteil geschaffen: Nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs zu stillschweigend geänderten Bankbedingungen (XI ZR 26/20) berechnet N26 Privatkunden, die ihr Konto vor dem 12. März 2020 eröffnet haben, die Gebühr seit dem 5. November 2021 nicht mehr, und diese Kunden können frühere Gebühren zurückfordern. Wer später kam, zahlt die 3 Prozent.

Häufige Fragen

Sperrt N26 Zahlungen an Online Casinos?
Die Hilfeseite von N26 nennt keine Sperre, sondern eine Gebühr: N26 berechnet Privatkunden, die sich nach dem 12. März 2020 angemeldet haben, eine Glücksspielgebühr von 3 Prozent, auf Einzahlungen ebenso wie auf Gewinne, die auf die Karte zurückfließen.
Wie sperre ich Glücksspielzahlungen bei Revolut?
In der App über das Profilsymbol, dann "Sicherheit" und "Zahlungen" die Glücksspiel-Sperre einschalten. Sie wirkt sofort; das Ausschalten dauert bis zu 48 Stunden. Überweisungen und Zahlungen über Drittanbieter-Apps erfasst sie nicht.
Fällt die Glücksspielgebühr auch auf Gewinne an?
Bei N26, C24, Tomorrow und Vivid Money ja: Die Gebühr gilt für eingehende und ausgehende Kartentransaktionen. Eine Auszahlung auf die Karte kostet also noch einmal 3 Prozent, bei Tomorrow mindestens 3 Euro.
Bekomme ich die Glücksspielgebühr zurück?
In der Regel nicht; N26 und C24 nennen sie nicht erstattungsfähig. Eine Ausnahme gilt bei N26 für Privatkunden mit Kontoeröffnung vor dem 12. März 2020: Nach dem BGH-Urteil XI ZR 26/20 erhebt N26 die Gebühr bei ihnen nicht mehr, und sie können frühere Gebühren zurückfordern.

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18+. Allgemeine Information, keine Finanzberatung. Grundlage sind die Gebührenlisten und Hilfeseiten der genannten Banken, Stand 23.10.2026; maßgeblich ist die Preisliste Ihres eigenen Kontomodells. Kostenlose Beratung bei Problemen mit dem Spielen: BIÖG 0800 1 37 27 00.